PERFORMANCE PROJEKT
Dates
02.04.26, 15:30–18:00
03.04.26, 15:30–20:30
04.04.26, 15:00–20:00
05.04.26, 15:00–18:30
06.04.26, 15:00–18:00
07.04.26, 15:30–18:00
08.04.26, 14:00–18:00
09.04.26, 15:30–18:00
10.04.26, 15:30–17:30
11.04.26, rehearsal in the afternoon and showing in the evening
Level
dancers / movers / actors / performers
mid- high level of movement knowledge
Participation Fee
230€ Mitglieder
290€ Nicht-Mitglieder
REGISTER HERE!
Performance Projekt mit Alessandro Marzotto
Dieses Performance-Projekt schlägt die Entwicklung einer gemeinsamen Bewegungspraktik vor, die auf Instant-Komposition basiert, wobei Bilder und Texte als Katalysatoren für verkörperte Handlung und kollektive Schöpfung dienen. Der Prozess zielt nicht darauf ab, feste Choreografien zu produzieren, sondern einen lebendigen Raum zu kultivieren, in dem Bewegung in Echtzeit durch Aufmerksamkeit, Zuhören und Reagieren entsteht.
Im Zentrum des Projekts steht die Erforschung von Verbindung – verstanden sowohl als Akt des Brückenbauens als auch als Erfahrung ihrer Abwesenheit. Verbindung wird als dynamischer Zustand betrachtet, nicht als stabile Gegebenheit: etwas, das gefühlt, unterbrochen, verhandelt, verweigert oder transformiert werden kann. Durch Bewegung untersuchen die Teilnehmer*innen, wie Körper zueinander, zum Raum und zu gemeinsamem Material in Beziehung stehen, wobei gleichzeitig Momente von Dissonanz, Distanz und Isolation anerkannt werden.
Instant-Komposition wird als Praxis der Präsenz eingesetzt. Bilder und Textfragmente werden als Impulse, Einladungen oder Provokationen eingeführt, die Erinnerung, Vorstellungskraft und Sinneswahrnehmung aktivieren. Diese Materialien werden nicht wörtlich interpretiert, sondern fungieren als offene Strukturen, die multiple Interpretationen und körperliche Reaktionen ermöglichen. Die Bewegung entfaltet sich durch Entscheidungen, die im Moment getroffen werden, geformt sowohl durch innere Impulse als auch durch äußere Begegnungen, wodurch ein kontinuierlich sich wandelndes „Partitur“-Gefüge entsteht.
Die Praxis ist von Natur aus kollektiv. Sie betont das Teilen – nicht nur von Bewegung, sondern auch von Aufmerksamkeit, Autorschaft und Verantwortung. Jede*r Teilnehmer*in wird sowohl Zeuge*in als auch Mitwirkende*r, beeinflusst und wird beeinflusst von der sich entwickelnden Komposition. Die Performance entsteht aus der Spannung zwischen individueller Handlungsfähigkeit und kollektiver Aushandlung, zwischen Klarheit und Mehrdeutigkeit, Intimität und Distanz.
Indem das Projekt sowohl Verbindung als auch deren Abwesenheit thematisiert, entsteht Raum für Verletzlichkeit und Reibung. Trennung wird nicht als Scheitern behandelt, sondern als bedeutungsvolles Material: Pausen, Lücken, Stille und verpasste Begegnungen werden integraler Bestandteil der choreografischen Landschaft. Diese Momente laden dazu ein, darüber nachzudenken, wie Verbindung konstruiert, aufrechterhalten und manchmal verloren geht – sowohl im Performance-Raum als auch darüber hinaus.
Letztlich versteht dieses Projekt Performance als eine relationale Praxis – eine temporäre Gemeinschaft, die durch Bewegung, Bilder und Text entsteht. Es lädt sowohl Teilnehmer*innen als auch Publikum dazu ein, Verbindung als etwas kontinuierlich Komponiertes zu erfahren: zerbrechlich, anpassungsfähig und zutiefst verkörpert.
Alessandro Marzotto
Alessandro absolvierte die Rambert School in London und arbeitet als freiberuflicher Tänzer und Choreograph in ganz Europa. In den letzten fünf Jahren war er Co-Direktor des Impermanence Dance Theatre in Bristol und präsentierte gleichzeitig Soloarbeiten auf internationalen Festivals. Er begann bei ITdansa in Barcelona, vertiefte seine choreografischen Fähigkeiten in Holland bei Random Collision und kehrte nach Großbritannien zurück, um seine eigene Kompanie in Bristol zu gründen. Er tanzte Werke von Jiri Kylian bis Ohad Naharin und arbeitete in freien Projekten u. a. mit Jasmine Ellis, Leo Lerus und Wubkje Kuindersma.



