Rachael Mauney

Contemporary for Dancers

17.05. + 19.05.2022, 14:00–15:30
21.05. + 22.05.2022, 13:00–14:30

Training for Dancers

Bio

Rachael Mauney ist queere Performer:in, Macher:in, Autor:in und Aktivist:in, die in Berlin lebt. Geboren in North Carolina, verbrachte sie die ersten 22 Jahre ihres Lebens in den Südstaaten. Ihre Arbeit ist stark von der Überschneidung ihrer kulturellen Erziehung mit ihrer queeren Identität geprägt.  Mit ihrer Praxis „The Archaeological Body“ entwickelt Rachael eine interdisziplinäre Performance, die auf somatischen Ritualen, dem nackten Körper, dem gesprochenen Wort und politischem Protest basiert. Ihre Arbeiten wurden bereits in North Carolina, Washington DC, Seattle, Stockholm, Athen und Berlin gezeigt. Kürzlich wurde ihre Arbeit „Matrilineal“, die sich mit häuslicher Gewalt in heteronormativen Familienstrukturen befasst, in Berlin uraufgeführt, zusammen mit Workshops, die sich mit Zustimmung und der Konzeptualisierung des Körpers als Zeugnis der gelebten Erfahrung befassten. Zusätzlich zu ihrer Performance-Praxis ist Rachael Gründungsmitglied der politischen Bewegung „Queer Trans Liberation“ und aktiv in der Organisation von Solidaritäts-Performances, Gemeinschaftsveranstaltungen und politischen Demonstrationen.

Kursbeschreibung

“ The Archeological Body“ ist eine performative Forschungspraxis, die den Körper als archäologische Stätte von Erinnerungen, referenziellen Bildern und somatischen Ritualen betrachtet. Im Laufe der Klasse werden wir erkunden, wie diese Praxis von jeder Person auf der Grundlage ihrer eigenen intersektionalen Erfahrungen interpretiert und übersetzt wird. Ich glaube, dass es sowohl das Privileg als auch die Verantwortung des Künstlers ist, hässliche und komplexe Wahrheiten durch die Poesie der kreativen Arbeit offenzulegen. Durch diese Methode des Ausdrucks wird solch unverständliche Geschichte verdaulich und transformativ.  Diese Forschungspraxis besteht aus drei Komponenten, die im Laufe des Kurses erforscht werden sollen.

Somatische Rituale – Ich nähere mich dieser Forschung durch somatische Rituale, wobei ich immer in einem auf Improvisationsaufgaben basierenden Rahmen arbeite. Ich bin nicht daran interessiert, Bewegungen zu finden, die ich dem Körper auferlege, sondern vielmehr daran, individuelle historische Körperartefakte zu fördern, die so gut erforscht werden, dass sie innerhalb des Prozesses intuitiv und dennoch konsequent erscheinen. Diese Artefakte/Körpersprachen sind inspiriert von soziopolitischen Konzepten und den dazugehörigen Bildern.

Gesprochenes Wort als körperbasierte Praxis – Das gesprochene Wort kann ebenso wie die Bewegung ein historisches Artefakt sein, das darauf wartet, im Körper durch poetische Rituale und anhaltende Aufgaben ausgegraben zu werden, die es der Stimme ermöglichen, aus dem Fleisch und den Geweben zu sprechen. Wir werden mit verschiedenen Aufgaben arbeiten, die diese Erkundung ermöglichen, und zwar auf eine Weise, die für jeden Einzelnen zugänglich ist.

Performance als politischer Protest – Schließlich nähere ich mich dem „archäologischen Körper“ durch die Linse meiner Arbeit als politische:r Aktivist:in und Community Organizer. Meine Praxis changiert zwischen Performance und Protest, da die Aufdeckung von Unterdrückung in meinem queeren Körper eine dringende Kraft ist, die den Schaffensprozess vorantreibt. Wir werden Instant Composition als Rahmen verwenden, um die Klasse mit einer Erkundung dessen zu beenden, was diese Arbeit als performative Praxis bedeutet.